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BEGLEITERSCHEINUNG

Hoffnungslosigkeit bei ME/CFS und Fibromyalgie

Hoffnungslosigkeit ist eine der häufigsten seelischen Begleiterscheinungen schwerer chronischer Erkrankungen.

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Bei ME/CFS und Fibromyalgie ist sie besonders stark ausgeprägt und wird oft mit Depression gleichgesetzt. Doch sie ist etwas anderes.

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Wer mit ME/CFS oder Fibromyalgie lebt, erträgt etwas, das von außen kaum sichtbar ist und für das es bislang keine Lösungen gibt. Dass viele der Betroffenen irgendwann hoffnungslos werden – ist menschlich und mehr als verständlich. Es ist die nachvollziehbare Reaktion auf eine Situation, die bisher niemand lösen konnte.

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Hoffnungslosigkeit beruht im Kern auf der Überzeugung, dass sich der eigene Zustand nicht bessern wird und dass nichts, was man tut, daran etwas ändern könnte – zukunftsgerichtet.

Gerade darin liegt der Unterschied zur „reinen“ Traurigkeit, die sich auf konkrete Verluste bezieht. Und erst recht zur Depression, wo die Fähigkeit Freude zu empfinden – stark beeinträchtigt oder gar erloschen ist.

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Hoffnungslosigkeit hingegen, ist die fehlende Perspektive, dass es besser wird – ein Mensch kann also hoffnungslos sein und dennoch Freude empfinden, wenn sich gerade die Gelegenheit bietet.

In der Psychologie gilt Hoffnungslosigkeit meist als Denkverzerrung, also als ein zu düsterer Blick auf eine Situation.

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Bei ME/CFS und Fibromyalgie trifft diese Auffassung jedoch nicht zu, da die negativen Erwartungen keine Verzerrung darstellen – sondern die Tatsachen und Realität.

Denn es gibt: keine (ursächliche) Behandlung der Erkrankung, die Prognosen sind unsicher, die Versorgung ist kaum spezialisiert, Anträge werden abgelehnt, es kommt wiederholt vor, dass einem nicht geglaubt wird, die soziale Isolation ist krankheitsbedingt und dauerhaft, usw.

Ein großer Teil dieser Hoffnungslosigkeit ist somit berechtigt und lässt sich nicht durch einen Realitätsvergleich auflösen – wie es die klassische kognitive Therapie anstrebt.

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Der Versuch, Hoffnungslosigkeit als einen Denkfehler, oder gar mit Medikamenten behandeln zu wollen – wirkt auf Betroffene wie das nächste Nicht-ernst-genommen-Werden. Im Grunde ein weiterer Hoffnungslosigkeit-Auslöser.

Bei chronischer Krankheit entsteht Hoffnungslosigkeit selten auf einmal. Sie entsteht schrittweise und durch wiederholte Enttäuschung.

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Am Anfang besteht meist Hoffnung auf eine Diagnose, dann auf eine medizinische Behandlung und schließlich nur noch auf das nächste Mittelchen und den nächsten Therapieversuch.

Jeder dieser Lichtblicke richtet die Betroffenen auf, und jede unerfüllte Hoffnung stürzt sie noch tiefer als zuvor. Nach mehreren solchen Zyklen schwindet die Hoffnung als Schutz vor weiteren Enttäuschungen von selbst.

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Hoffnungslosigkeit setzt sich aus verschiedenen Erwartungen zusammen, die unterschiedlich zutreffen können:

  • Dass man nicht geheilt werden kann – trifft nach heutigem Stand überwiegend zu.

  • Dass sich der Zustand nie bessert – trifft in dieser Absolutheit nicht ganz zu, denn der Verlauf schwankt und das Grundniveau lässt sich zum Teil durch Energiemanagement etwas beeinflussen.

  • Dass man nie ernstgenommen wird – beschreibt die bisherige Erfahrung, die Zukunft ist jedoch offen.

  • Dass das Leben sinnlos und ohne Inhalt sei – fühlt sich wie eine Tatsache an, ist aber dennoch eine persönliche Bewertung. Diese Ebene hängt am engsten mit Suizidalität zusammen.

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Ein wichtiger Ansatz zur Bewältigung von Hoffnungslosigkeit besteht darin, all diese Erwartungen auseinanderzuhalten und sie nicht als ein Gesamtpaket zu betrachten. So lässt sich der hoffnungslose Zustand möglicherweise etwas abmildern und besser verkraften.

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Falls du mit all dem alleine bist und ein Gespräch darüber wünschst – kannst du dich Tag und Nacht anonym und kostenlos an die Telefonseelsorge wenden: 0800 111 0 111/ 0800 111 0 222.

Ich wünsche dir vom Herzen neue Perspektiven, erträglichere Phasen und eine Hoffnung, die nie erlischt!

Arie Bal

Psychologischer Berater & Coach, Energy Healing

 

Arie Bal begleitet seit vielen Jahren Menschen in belastenden Lebenssituationen. Als langjähriger Angehöriger eines Menschen mit schwerer chronischer Erkrankung kennt er die Herausforderungen  aus der Angehörigenperspektive. Er ist ausgebildeter psychologischer Berater und Coach.

MEDIZINISCHER HINWEIS

Dieser Artikel dient ausschließlich der Information und ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung.Die Inhalte basieren auf wissenschaftlichen Quellen und der langjährigen Erfahrung als psychologischer Berater, Coach und Energy Healing Practitioner sowie Angehöriger. Bei akuten Beschwerden wende dich an deinen Arzt oder den ärztlichen Bereitschaftsdienst (116 117).

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